Ich breche eine Lanze für den Maulwurf!

Ich breche jetzt eine Lanze für einen ungeliebten "Gartenassistenten", den ich sehr schätze (mir ist's auch egal, wenn jetzt jemand glaubt sein Fellknäuel bei mir aussetzen zu müssen, ich kann damit leben).

Warum Maulwurfshaufen und ein strenger Winter nichts miteinander zu tun haben wollen?

 

„Wetterprophet Maulwurf“ hält sich nämlich grundsätzlich nicht an alte Überlieferungen, die besagen, dass viele Maulwurfshügel auf einen strengen Winter hinweisen (wobei natürlich die Kombination „viele Maulwurfshügel & strenger Winter“ trotzdem eintreffen kann).

 

Der ganzjährig aktive Maulwurf, gräbt seiner Beute hinterher, die aus Regenwürmern, Insekten, Engerlingen (ich habe Hoffnung, dass er meinen Rüsselkäferlarven den Garaus macht) und sogar junge Mäusen besteht, wenn sie das Pech haben in seinen Bau zu gelangen.

 

Für vegetarische Kost hat der Maulwurf nichts übrig. Wenn er mal Wurzeln oder Pflanzenteile frisst, dann war das – bitte um Entschuldigung – ein Versehen.

 

Maulwürfe graben bis zu einem Meter tief oder aber auch flach unter der Erdoberfläche, und nur wenn der Maulwurf in der oberen Erdschicht gräbt, dann nehmen wir seine Grabtätigkeit als Maulwurfshaufen wahr. Befindet sich also seine Beute tiefer in der Erde, was besonders bei Trockenheit, Hitze oder Dauerfrost der Fall ist, dann bemerken wir den haarigen Gärtner nicht. Wird es feucht, kommen die Bodenbewohner in die oberen Erdschichten und der Maulwurf folgt ihnen. Dann natürlich fallen uns seine Erdbewegungen auf.

 

Der unter Naturschutz stehende Maulwurf ist bei Gärtnern unbeliebt, dabei durchlüftet er unsere Erde, ernährt sich von Schädlingen und hinterlässt perfekte Gartenerde, die ich einfach wieder einarbeite.

 

Mein Boden ist lehmig und ich bin meinem persönlichen Maulwurf dankbar, wenn er sich um Auflockerung bemüht, was sicher eine anstrengende Arbeit ist.

Wenn also mein Gartenassistent dann selten – aber doch – von meiner Bienenwiese in den Rasenbereich überwechselt (ich gestehe ihm zu, dass er sich gelegentlich irrtümlich verirrt, was in der Hitze des Grabungsgefechts durchaus passieren kann, denn dann gräbt man schon auch einmal über das Ziel hinaus), dann gönne ich ihm das.

 

Es gibt Schlimmeres als Maulwurfshügel (ich denke da an meine Rüsselkäferlarven)!

 

Und wie sagte schon Marie von Ebner-Eschenbach: "Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins!" (Das gilt für uns vier: Für Maulwurf, Garten, Bienenwiese und mich.)

 

Gruß, Astrid

 

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