die welt des nationalpark kalkalpen und SEINER region

 

 

Wie es begann!

Der Nationalpark Kalkalpen besteht aus zwei Gebirgen, dem Reichraminger Hintergebirge und dem Sengsengebirge. Am 25. Juli 1997 wurde der Nationalpark Kalkalpen offiziell errichtet.

 

Der NP Kalkalpen ist seit 25. Juli 2015 volljährig und feierte am 25. Juli 2017 sein zweites Jahrzehnt!

 

Das Reichraminger Hintergebirge ist ein riesengroßes, geschlossenes Waldmeer, in dem man sich durchaus verirren kann. Alte Klausen, verfallene - und teilweise auch wieder begehbar gemachte - Triftsteige erinnern an die Holznutzung früherer Zeiten. Ein Bachsystem, dessen Unversehrtheit einzigartig ist, schlängelt sich durch das Hintergebirge. Es gibt sie noch, die Fließstrecken innerhalb des Nationalparks, der keine Barrieren errichtet werden. Das Sengsengebirge ist unser nördlicher Vorposten der Kalkalpen und der Name leitet von den zahlreichen Sensenschmieden her, die es früher hier gab.

 

Wobei... so einfach war das nicht mit dem Nationalpark! Vor der Gründung des Nationalpark Kalkalpen wurde erst ein heftiger Kampf ums Hintergebirge ausgefochten. Und nur Naturschützern ist es zu verdanken, dass wir heute hier einen Nationalpark haben und nicht eine Staumauer, die unsere einzigartige Natur unter Wassermassen versinken hätte lassen.

 

Alles, was ein Kampf braucht, war damals - in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts (wie das klingt!) - vorhanden!

  • Die einen wollten einen Kanonenschießplatz und - als das nichts wurde - gleich danach Staumauern für Speicherseen zur Energiegewinnung.
  • Die anderen wollten Natur pur und Artenschutz.

Gänzlich verschiedene Interessen trafen aufeinander: Baustellenbesetzungen & Gerichtsverhandlungen waren die Folge.

Es war spannend, spannend, spannend!

 

1982: Ich war damals 12 Jahre alt, mein Lieblingsonkel dagegen war 36 Jahre jung und mitten d'rin im Kampf ums Hintergebirge. Ein paar Jahre später wurde mir erst richtig bewusst, warum sich mein Onkel für "unser" Hintergebirge eingesetzt hat. Das Reichraminger Hintergebirge, das nun ein Teil des Nationalpark Kalkalpen ist und gemeinsam mit dem Sengsengebirge unter Schutz steht, ist ein Juwel.

 

Ihm und seinen Mitkämpfern gilt (m)ein:

                            "DAnke!"

Reichraming

Die Ortschaft Reichraming liegt 356 Meter ü. A. (über Adria) und ist direkt an einem Fluss namens Enns entstanden. Der Berg auf dem Foto, der sich ein wenig hinter der alten Holzhütte versteckt, ist der Schieferstein.

Die Vorderseite des 1206 Meter hohen Schiefersteins gehört zu Reichraming, die Rückseite zu Losenstein. Die Losensteiner sehen das möglicherweise umgekehrt, aber darauf kann ich als Reichramingerin leider gerade keine Rücksicht nehmen.

Am Fuße des Schiefersteins wohne ich, ganz unten, fast an der Enns.

 

Die Enns schlängelt sich übrigens durch Reichraming und das oberösterreichische Ennstal. Die Quelle der Enns liegt in Salzburg, in den Radstädter Tauern. Sie durchfließt einen Teil der Steiermark (steirisches Ennstal), fließt - unterbrochen von vielen Ennskraftwerken - durch das oberösterreichische Ennstal und weiter nach Steyr. Dort vereint sich die Steyr (sowohl der Fluss als auch die Stadt heißen so) mit der Enns. Der Fluss Enns mündet kurz nach der Stadt Enns in die Donau (auch hier wieder eine bemerkenswerte Namensgleichheit).

Der größere Fluss (also die Donau) gewinnt mit der Namensgebung, die Enns geht völlig in der Donau auf. Ein paar Spritzer von ihr kommen aber bis an Schwarze Meer, dessen bin ich mir sicher!

 

Zurück nach Reichraming: Die Enns und mich trennen nur ein paar Höhenmeter (vielleicht 30), den Schieferstein und mich trennen ein paar Höhenmeter mehr (vielleicht 820).

Der Schieferstein liegt also vorderseitig in Reichraming und Reichraming ist eine Nationalpark Kalkalpen-Gemeinde. Eine von vielen, möchte man meinen. Aber eine besondere, denn Reichraming ist das „Tor zum Nationalpark Kalkalpen“.

Wer einen Ausflug, eine Wanderung im Nationalpark Kalkalpen unternehmen oder im Sommer im Reichraming-Bach baden möchte (ein anderes Gewässer aus anderer Richtung), ist gut beraten das Tor zum Nationalpark Kalkalpen zu öffnen.

 

Und nun sind wir auch Teil des „Netzwerk Naturwald“, einem Schutzgebietsverbund der Trittsteine schafft, damit Tiere von einem Schutzgebiet in ein anderes wechseln können (ich denke da auch an unsere Luchse).

 

Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich, Nationalpark Gesäuse in der Steiermark (auch liebevoll „Xseis“ genannt) und das Wildnisgebiet Dürrenstein in Niederösterreich sind Vorreiter in der Schaffung dieser Trittstein-Korridore. http://www.netzwerk-naturwald.at/

 

Was früher selbstverständlich war, muss heute der Mensch wieder erschaffen!

 Menschen vernetzen sich ständig und auch die Natur braucht dringend Vernetzungsmöglichkeit, damit die Artenvielfalt auch Vielfalt bleiben kann.

Reichraming: Enns- und Schiefersteinblicke im Jahreslauf.


Eine kleine, teuflische Geschichte für Zwischendurch,... das muss jetzt einfach sein!

 

 

 

Warum die Tannscharte am Schneeberg so heißt, wie sie heißt???

 

Jetzt fragt mich doch endlich, denn ich weiß das!!!

 

Vor ewigen Zeiten, als der Teufel noch um Seelen werben musste (heute macht er das nicht mehr selber, sondern diese Arbeit übernimmt seine Marketing-Abteilung)... also, als der Teufel noch höchst engagiert war, um Seelen in die Hölle zu bekommen, begab es sich, dass er eine Wette abschloss.

 

Natürlich mit einem Reichraminger und der Einsatz - eh' klar - war die Seele des Mannes.

 

Worum es ging, ist gar nicht sooo wichtig, wahrscheinlich eine Frau oder Geld oder eine neue Kutsche, es waren wahrscheinlich dieselben Begehrlichkeiten wie heute.

Blöd war nur, dass der Teufel verloren hatte, der Reichraminger nahm ihm den Bonus ab und seine Seele gab der Eingeborene auch nicht her.

Da hat Luzifer ein kleines bisschen Höllenfeuer gespuckt, Gift und Galle auch und überhaupt, so benimmt man sich dem Teufel gegenüber nicht. Keinen Respekt haben diese Reichraminger!!!

 

Aus lauter Wut und weil er nicht wusste wohin mit seinem überschüssigen Zorn, schnappte sich der Herr Luzifer eine Tanne, stieg auf dieselbe und ritt in wild-rutschendem Überschwang den Schneeberg hinunter.

Taten statt Worte, dachte er sich wohl!

 

Ich glaube ja, dass der Teufel ein ziemlich schwergewichtiger Bursche gewesen sein muss, denn die Tannschartenfurche, die er hinterlassen hat, ist ordentlich tief.

Mit 70 kg Körpergewicht bekommst du so eine Scharte nicht hin!!!


Das reichraminger hintergebirge

Die Große Klaushütte.

Das Ziel im Reichraminger Hintergebirge für Radfahrer und Wanderer, weil es dort nach einer - mehr oder weniger - anstrengenden Radfahrt oder einer flotten Wanderung immer etwas Gutes für den Bauch gibt, sowohl in fester als auch flüssiger Form.

 

Die Erholung darf nicht zur kurz kommen: Es wäre schade den Weg nicht zu genießen, es wäre aber auch schade, die Rast nicht zu genießen!

 

Wisst ihr übrigens woran man erkennt, ob jemand den Weg genießt?

Ganz einfach, die meisten Radfahrer und Wanderer, die entlang des Baches unterwegs sind, grüßen sich.

 

 

 

Ein "Ciao" ist da durchaus auch zu hören.

Nicht, weil einer cool sein will, sondern weil auch Italiener das Hintergebirge genießen.

Zieht einer während des Radfahrens den Kopf ein, ist er rasend schnell unterwegs und hat einfach keine Zeit,... ...keine Zeit zum Gruß und auch keine Zeit zum Genuss.

Völlig falscher Ansatz, wie ich meine!

Der Bach, der Große Bach, der Reichramingbach.

 

Sein Name verändert sich in dessen Verlauf, das Wasser bleibt gleich: Sauber, kühl, erfrischend, belebend, kalt, abkühlend... (auch in heißen Sommern kaum mehr als +18 bis +19°C).

 

Eine Abkühlung ist das Wasser des Baches ganz sicher!

 

 

Da kann es schon passieren, dass man vor Kälteschreck kurz nach Luft ringt und dabei einen Schluck Reichramingbachwasser erwischt. Aber keine Angst, das Wasser ist sauber.

Der Rest der "Großen Klause", die für die Holztrift gebaut wurde.

 

1936 fand die letzte Trift statt.

Im Triftsee hinter der Klause wurde Wasser aufgestaut und das schwimmende Holz sammelte sich.

Bei der Öffnung der Klause wurde durch die künstlich erzeugte Flut das Holz nach Reichraming getriftet.

Eine Radfahrt ins Reichraminger Hintergebirge ist nicht nur schön und - je nach Streckenverlauf - auch eine Herausforderung sondern immer auch ein interessantes Erlebnis, speziell hinsichtlich des Gesundheitszustandes unserer heimischen Tierwelt... Marder mit Durchfall?


Noch ein Teil aus der Geschichte...

...die Reichraminger Messingfabrik.

Auf den ersten Blick ist es nur ein Grab, eine Art Gruft. Jeder muss mal sterben, hoffentlich später als früher.

 

In diesem Grab liegt - am 9. Jänner 1927 verstorben - Ludwig Sommer, der ehemalige und letzte Besitzer der Reichraminger Messingfabrik.

Seit Tod bedeutete auch das Ende der Messingfabrik. Schulden hatten sich angehäuft, Wechsel konnten nicht mehr bezahlt werden und etwas mehr als 1 Jahr nach dem Tod von Ludwig Sommer wurde die Messingfabrik geschlossen.

 

Bereits 1927 war es nicht leicht Jude zu sein und die Familie Sommer war jüdisch.

Die Sommers zogen aus Reichraming weg. Selbst wenn jemand von ihnen geblieben wäre, hätte es wahrscheinlich nur einige wenige Grablegungen in diesem Grab gegeben, denn der 2. Weltkrieg machte vor den Sommers nicht halt.


zurück zum urwald

Der Begriff „Urwald“ lässt in jedem von uns eine andere Vorstellung entstehen.

Ein bisschen denke ich an Afrika und Tarzan & Jane.

Als nächstes fällt mir gleich der Regenwald im Amazonas-Gebiet ein.

Danach schweife ich ab zu Schatzjägern (Indiana Jones drängt sich mir auf), die sich mit Macheten ihren Weg zu uralten, untergegangen Zivilisationen bahnen und deren Schätze finden.

Wäre ich der Schatzjäger, gäbe es keinen Schatz zu finden, weil ich nach 10 Metern Amazonas-Regenwald-Dickicht meine Energie wahrscheinlich verbraucht hätte!

Aber Urwald ist auch Natur, Ruhe ohne Autolärm, keine Geräusche, die auf Menschen Rückschlüsse zulassen, keine Verbauung.

Urwald sind Bäume, Farne, Felsen, Moose, Erde, ein Bach der sich rauschend bemerkbar macht, Totholz, das in Wirklichkeit voll Leben ist, Vogelstimmen, das eine oder andere Knacksen im Wald, das man nicht zuordnen kann, weil man das Tier nicht sieht oder auch gar nicht sehen kann, weil es zu klein ist, zu tief unter der Erde oder zu hoch am Himmel.

 

Wie Urwald aussieht oder aussehen kann, ist für jeden anders. Mein Eindruck von Urwald ist nicht unbedingt euer Eindruck von Urwald.


Apropos Reichraming...

 ...die schöne Ortschaft Reichraming, das "Tor zum Nationalpark Kalkalpen"... liegt, bewacht von Bergen, dem Schieferstein, dem Schneeberg, dem Fahrenberg, dem Sonnkogel,... inmitten des oberösterreichischen Ennstals.

 

Die Enns fließt durch Reichraming, der Reichramingbach mündet in die Enns. Beide Gewässer sehen sehr friedlich aus, können aber auch durchaus ganz wild werden.

Wir sind übrigens manchmal auch wild, was daran liegen mag, dass es früher hier auch Wilderer gab und Voralpen-Rebellen und Holzkneche und in Losenstein gab's sogar Raubritter. Aber meistens sind wir ganz nette Leute, die gerne beieinander sitzen, sich gut unterhalten und euch gerne dazusitzen lassen.

Wirklich!

Ich kann Empfehlungen vorweisen!

Gemeinde & Kirche

Tage am Wasser sind herrlich!
Baden, pritscheln, sich entspannen, dem Plätschern zuhören, die Zehen oder mehr ins Wasser halten (dazu ist Mut nötig, denn der Reichramingbach ist erfrischend kühl), den Kindern beim Spielen zusehen, Steine platteln lassen,...
Die meisten Menschen fühlen sich am Wasser wohl.
Wir brauchen Wasser! Unser Körper besteht zu einem Großteil aus Wasser und nur ein Viertel unseres Körpers sind Feststoffe.
Der Rest: Wasser, Wasser, Wasser, immerhin drei Viertel unseres Körpers bestehen daraus. Im Blut, in den Zellen, im Gewebe, in den Organen,… Wasser ist Leben!

Und selbst ein Regenspaziergang hat seine Reize, wenn einem der Wind nicht die Motive verbläst :)

Im Winter ist der Reichramingbach gleich noch ein wenig erfrischender als im Sommer und die Farben des Wassers wechseln von Dunkelgrün über Smaragdgrün zu Türkis. Wenn dann noch der Himmel in Himmelblau strahlt und die Sonne scheint, dann gibt's nur eins: Raus an die frische, klare Luft und auf zu einem herrlichen Spaziergang!

                               winterimpressionen

Jetzt könnte ich euch Reichraming natürlich beschreiben, umfassend beschreiben und bis ins Detail beschreiben. Ich mach's mir einfach, denn meine Fotos sprechen für sich!

 

Und weil ich vorher über Berge geschrieben habe, stelle ich euch wieder einmal meinen Hausberg vor, den Schieferstein.

 

Über den kann Frau fast gar nicht genug schreiben.

 

Wächter über Reichraming, nicht der höchste Bewacher, aber sehr eindrucksvoll.

Und wo Berge sind, sind Wälder.

Und wo Wälder sind, ist Wild.

Und wo Wild ist, waren früher Wilderer.

Und dieses Wilderermartler ist eine Erinnerung an ein tragisches Aufeinandertreffen von Jägern und Wilderern.

Die Motive für das Wilderertum waren vielfältig: Hunger, Leidenschaft, ein Ritual, um Unerschrockenheit, Verwegenheit und Mut zu beweisen, Auflehnung gegen die Obrigkeit, der Reiz der verbotenen Handlung, das Spiel mit dem Feuer, die Meinung "das Wild gehöre allen".

 

Viele Emotionen spielten mit, schwere Verbrechen wurden begangen (Mord, Totschlag) und blutige Schlachten geschlagen.

Schade um jeden Blutstropfen, der vergossen wurde!


von Reichraming aus geht's direkt auf die alm,...                                            ...es folgt ein höhenrausch!

Wer als Wanderer den Rot-Weiß-Roten-Farben folgt, der weiß:

1) Ich bin in Österreich.

2) Ich werde irgendwo ankommen.

3) Es wird mir dort gefallen, denn da gibt's was zu sehen!

...die Anlaufalm...

Mit ein bisserl Glück findet jeder im Nationalpark Kalkapen "seine" perfekte Alm.

 

Wir haben für jeden Geschmack etwas dabei!

Glückliche Hühner, die gibt es wirklich und den Kühen geht es auch gut.

Auf der Anlaufalm ganz bestimmt. Ich konnte mich vergewissern!

                                    Alm-gefühle > anlaufalm-gefühle


das hochmoor der ebenforstalm

 

 

Wir haben uns die Ebenforstalm im Reichraminger Hintergebirge, im Nationalpark Kalkalpen, als Wander- und Jausenziel ausgewählt.

 

Die Ebenforstalm liegt auf 1.105 Meter und wird vom 1.424 Meter hohen Trämpl bewacht.

 

 

 

 

Vom Anzenbachschranken geht es über den Buchensteig in Richtung ganz „Wilder Graben“ (ich mag solche aussagekräftigen Namen außerordentlich), weiter bis zur Alm. Immer den rot-weiß-roten Wegmarkierungen folgend, geht es - überwiegend abseits der Froststraßen - Bachläufen entlang, im schattigen Wald wandernd, hinauf, hinauf, hinauf und immerhin bewältigen wir so 655 Höhenmeter.

 

Die Luft wird dünn, aber das liegt mehr an der ca. 3 bis 4stündigen Wegzeit (je nach Tempo) und meiner ausbaufähigen Kondition, als an der tatsächlichen Höhe.

 

Aber: Die Jause wartet nicht ewig, da darf sich Frau schon ein bisserl bemühen!

Außerdem reizen mich die Besonderheiten am Weg, die direkt unterhalb der Alm meine volle Aufmerksamkeit haben werden.

 

Es warten auf mich: Wollgras, Geflecktes Knabenkraut aus der Familie der Orchideen (auch Fingerwurz genannt), Türkenbund und die sogenannte „Alm- und Wasserschwinde" sowie ein Hochmoor, das auf spezielle Holzwegen begangen, aber nicht betreten werden darf. Klar, denn die Pflanzenvielfalt braucht Schutz und Ruhe!

Was ist eine Wasserschwinde?

Bäche verschwinden in tiefen Dolinen, sie werden vom Untergrund verschluckt. Der verkarstete Fels bietet den Bächen, den Gewässern Unterschlupf und das Wasser taucht an unvermuteter Stelle wieder aus dem Untergrund auf, das Wasser sucht sich seinen Weg.

 

Eine Bitte noch zu Knabenkraut/Fingerwurz, Türkenbund und den vielen anderen streng und vollkommen geschützten Pflanzen: Die Pflanzenwelt in Österreich ist angenehm reichthaltig. Manche davon sind vollkommen geschützt und dürfen weder gepflückt noch ausgegraben werden. Wenn man weiß, dass z. B. Orchideen-Arten zum Überleben spezielle Wurzelpilze benötigen, wird man verstehen, dass sie im eigenen Garten nicht existieren können.

 

Daher: Informieren, bewundern, fotografieren, begeistert sein, staunen, aber unbedingt stehen lassen!

Ein Extratipp: Wer auf der Ebenforstalm übernachten will, kann das während der Saison machen. In klaren Nächten erwartet den Nächtigungsgast ein sensationeller Sternenhimmel, da kein Lichtsmog die Nacht aufhellt.

 

Finster ist finster und die Sterne dürfen noch funkeln!

 

Übrigens: Nach der Jause gab's auch eine Nachspeise (Kirschen- und Topfenstrudel), die ich aber nicht fotografieren konnte, weil die Gier zu groß war und erst danach kam mir der Gedanke,... aber,... na ja!


Der Buchensteig

grüner Weg entlang des Wassers, der unweigerlich zum grün-blau der Großen klause führt.

Buchenwälder sind das Herzstück des Nationalpark Kalkalpen. Durch ihren hohen Anteil an Totholz bieten sie vielen Tieren Lebensraum. Der Specht fühlt sich genauso wohl wie verschiedene Käferarten, die in das tote Holz ihre Larven legen.

In einem Buchenwald herrscht niemals Langeweile.

Beim Wandern begegnet man Klee, Hirschkäfern (in diesem Fall einem Weibchen) genauso wie Schwammerln (Helmlinge), interessanten Moosen und dem stark giftigen Veratrum album, dem Weißen Germer.

Die Überreste einer Holzseilbahn, die in den 1920er-Jahren errichtet wurde, finden sich entlang des Buchensteigs ebenso wie Wasser, Wasser, Wasser, Wasser & Wasser, das im Reichraminger Hintergebirge allgegenwärtig ist.

Bei der Rabenbachbrücke überqueren wir den Großen Bach und wandern weiter bachaufwärts Richtung Große Klause und Große Klaushütte.

Für die Triftstrecke von 11,6 Kilomter bis zum Schallauer Rechen in Reichraming brauchte das Holz 60 Minuten.

Die untere Schwelle der Klause ist noch erhalten und die Stauhöhe der alten Holzkastenklause betrug mehr als 8 Meter.

1937 wurde das letzte Mal getriftet, denn mit dem Bau der Waldbahn konnten nun die Stämme per Bahn nach Reichraming gebracht werden.

 

 

 

1758 erbaut, die Stämme der Blockhütte zugehackt und nicht gesägt und als Bewohner der eine oder andere Holzwurm:

 

Die "Große Klaushütte", immer eine Einkehr wert!


Der "Triftsteig"



Das Reichraminger Hintergebirge birgt immer wieder Überraschungen, die gar nicht so schwer zu erreichen sind: Mit dem Fahrrad, mit dem E-Bike oder auch zu Fuß.


Zeit braucht es halt!

Aber: Für Schönes sollte man sich diese Zeit unbedingt nehmen!

Unterwegs habe ich Maria getroffen, eine Nationalpark Rangerin. Sie hat mir lächelnd erzählt, dass sie sich auch über Nebel freut, denn wenn man nicht so weit in die Ferne sehen kann, bleiben die Augen für das Kleine in nächster Nähe offen. Recht hat sie!


Mein Wandertag war allerdings nebelfrei, dennoch habe ich meine Augen offen gehalten und das ist es, was ich euch zeigen kann...

Viel Freude bei der Besichtigung des Triftsteigs, der ursprünglich für die Holztrift am Großen Bach angelegt wurde.

Übrigens: Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Begehung des Triftsteigs. Schließlich soll der Weg ja Freude und nicht Angst machen!


jörglgraben

Hinein in den Jörglgraben.

 

Im Jörglgraben gibt es Waldabschnitte die im Verlauf der Holznutzung nur ein einziges Mal geschlägert wurden. Somit gibt es dort noch Urwaldbereiche, deren Ursprünglichkeit erhalten geblieben ist.

 

Was ihr hier seht, ist 2009 entstanden. Ein Lawinenabgang hat einen ganzen Hang mit Bäumen mitgenommen und dadurch entstand dieses Baumwurf-Mikado-Feld, dessen Überschreitung ganz schön anstrengend war (daher gibt es kein Foto von mir, weil ich danach einfach zu abgekämpft aussah). Das Totholz ist rutschig und liegt meterhoch in der Senke, daher schwierig zum Begehen und nicht ungefährlich.

Dennoch ein Erlebnis, und wenn man sich Zeit lässt und nicht hetzt, ist das Mikado-Feld auch bewältigbar.

Gelbfrüchtige Schwefelflechte






Wenn dieser Baum nicht so eifrig die Wand stützen würde, ginge es bergab mit derselben!

Der Nationalpark Kalkalpen bewirbt sich mit den Buchenwäldern zum Weltnaturerbe.

Es wurden Waldflächen nominiert, die hinsichtlich Alter und Unversehrtheit eine herausragende Stellung einnehmen.

Vielleicht ist der Buchenwald bald UNESCO-Europa-Weltnaturerbe.

 

Ein Buchenwald ist ein herrlich schöner, hellgrüner, duftender Anblick.

 

Ein gutes Bucheckern-Jahr bedeutet viele Mäuse, weil sie genug Nahrung finden. Viele Mäuse bedeutet, dass es daraufhin viele Schlangen und Eulen geben wird, weil auch diese Tiere viel Nahrung finden werden (die Mäuse nämlich). Werden die Mäuse dezimiert, wird sich auch die Anzahl der Jäger verringern. Die Natur richtet sich!

Wasserreich!


...die blAhbergalm...

Da geht's dem Wanderer gut, sehr gut sogar!

Rechts oben, die kleinen hellen Punkterl sind Murbodner Rinder, eine ganz uralte Rasse!


Brunnbach, Großraming




Die Brunnbachkirche in Großraming.

 

Großraming ist ebenso ein NP Kalkalpen Gemeinde wie Reichraming.

Die Reichraminger Waldbahn wurde zur Erschließung der Wälder und zum Holztransport benötigt.

1971 wurde die Waldbahn stillgelegt.

Im Brunnbach steht ein Ensemble einer Bahn mit beladenem Holzzug, das jedoch kein Teil der Original-Waldbahn ist.

Wer ein Original sehen möchte, braucht nur nach Reichraming kommen, denn in der Arena Schallau steht eine Waldbahnlok.

Dennoch ist dieser kleine Bahnhof ein sehr gelungenes Stück Geschichte.

Kinder werden die Lokomotive lieben (und nicht nur Kinder)!


arena Schallau, reichraming

Die Arena Schallau ist eine Arena des Spielens.

Alles, was es in Reichraming in der Natur gibt, wurde hier auf 4000 m2 für Kinder erschaffen:

Ein Wasserreich, Triftsteige, ein Baumhaus, Gatsch & Matsch-Bereiche, Plätze für Erholung & Bewegung, ein Ort zum Staunen, zum Experimentieren und zum Entdecken, hier darf getüftelt, gebastelt und gebaut werden.

Ein Beachvolleyballplatz steht zur Verfügung, genauso wie Liegeplätze und Schotterbänke am Bach.

Rutschen, Brücken, Bäume, Tunnels und für die Erwachsenen ein Buffet, Grillmöglichkeiten, bequeme Liegestühle,...

Alles, was man an einem Sommertag braucht... und auch im Winter ist die Arena sehr stimmungsvoll!

Eine geschichtliche Besonderheit in der Arena Schallau:
Die Lok der Reichraminger Waldbahn (bis 1971 in Betrieb).

Die Dame ist zwar schon historisch, aber immer noch sehr, sehr attraktiv.


Auf Reste der Waldbahn trifft man manchmal ganz unerwartet.

Zuletzt habe ich einen Schienenstrang am Großen Bach in der Nähe der Großen Klause gefunden.

Das Bachbett hat sich durch Hochwasser verändert und ein Stück Schiene wurde sichtbar.

Sicher ist es jetzt schon wieder unter dem Schotter des letzten Hochwassers begraben.

Mondviolen duften wie Flieder.

Der Bach verändert sich ständig und nicht nur das Wasser hinterlässt Spuren!


spurenvielfalt

Wildspuren gibt es genug im Nationalpark Kalkalpen, man findet sie überall, auch wenn man die Tiere (in diesem Fall Rehe) nicht sieht.

Am besten klappt die Spurensuche natürlich im Winter, wie hier, wo sich Hase & Maus begegnet sind.

Das dagegen, hmmmm???


Sieht nach Aufprall zweier Raser mit ordentlichem Stockeinsatz aus :)


Könnte aber auch der Zwischenstopp für eine angeregte Unterhaltung gewesen sein!

Manche Spuren sind eindeutig.

Hier war schon jemand vor mir da!

Und das war Hochwild, würd' ich sagen...

...und hier hat sich das Hochwild mal kurz entspannt und ein bisserl Dünger hinterlassen.


Nett, nett!

Auch das ist die Natur.

Leben & Tod nebeneinander.

Eine gut getarnte Eidechse und ein Reichramingbach-Frosch, der natürlich im Anschluss an das Foto sofort wieder ins Wasser durfte. Hübsch sind sie, die beiden Fotomodelle!


Wasser, wasserreich... vom Wasser des reichramingbaches zum wasser der enns.

Bachforelle

Und ich durfte mit einem Fischer mitfahren.

Zufällig ist der Fischer mein Mann, und er hat es nicht übers Herz gebracht mich an Land zurück zu lassen, deswegen gibt es jetzt diese tollen Ansichten der Enns vom Wasser aus.

Hie & da liegen die Vorteile ganz deutlich auf der Seite der leidenschaftlichen Fotografin :)

 

Und wo es Wasser gibt, braucht es Brücken über den Fluss.

 

In Reichraming gibt es drei alte Stahlbrücken.

Zwei davon führen über die Enns.

Eine ist eine Eisenbahnbrücke, die den Reichramingbach quert.

 

Stahlbrücken sind bereits eine Rarität!





Die Eisenbahnbrücke über den Reichramingbach, dort wo der Bach in die Enns mündet.


Frühling im WEißenbachtal,             "Tal des Holzes"

Das Weißenbachtal aka "Tal des Holzes", das aber nicht nur durch die geschichtliche Holzbringung Aufmerksamkeit verdient, weil dort früher Holzkohle hergestellt wurde, sondern auch durch Natur, Farben, Wasser, einer Tierwelt, die man nicht immer sieht, manchmal aber anders wahrnimmt,... glänzt.

 

Und am Schluss habe ich noch ein wenig Bärlauch mit nach Hause genommen, damit der Salat, die Suppe und das Erdäpfelpüree geschmacksintensiv verfeinert werden können.

 

So beiße ich gerne ins Gras !!!


Weg entlang der Enns - Ennswegerl

Bevor die Kraftwerke entlang der Enns gebaut wurden, lagen in vielen Gemeinden die Ortsteile tiefer als heute.

Der Reichraminger Ortskern wurde gehoben, um nicht im Wasser zu ertrinken.

Ander alte Häuser lagen zu tief, um gerettet werden zu können. Sie wurden eingestaut.

Dort & da sieht man noch Fundamente, Treppen führen ins Nichts (bzw. ins kühle Nass) und früher benutzte Straßen sind heute verwachsene Wegerl.

Das Ennswegerl ist ca. 1,5 Kilometer lang und führt entlang der Enns.

An manchen Tagen sieht man dort Eisvögel, Eichkatzerl und Zaunkönige und man findet auch das eine oder andere Fundstück, mit dem man dort nicht rechnet.

Ein ungewöhnliches Fundstück, ein Schafskopf.

Ennswegerl-Romantik


morgenspaziergang

Oben Himmel,

unten Himmel.

Ein "einsamer" Morgenspaziergang ist in Wirklichkeit niemals einsam. Immer ist jemand unterwegs!

Vielleicht nicht genau zu selben Zeit!

Vielleicht ein wenig vorher!

Vielleicht ein wenig später!

Vielleicht einen Schritt voraus,

...oder von links nach rechts, oder...


...auch ein regentag ist ein schöner tag...

Von ein bisserl Regen hie & da lassen wir uns sicher nicht den Tag verderben.


A ordentliches Gwandl und a Schirm und so schlimm kann der Tag gar nicht werden!