8 Fragen an eine Bienenkönigin

Die Fragen von Bienenwiese werden im Interview mit „BW“ abgekürzt.

 

Die jeweiligen Anworten von „Ihre Majestät Maja, die Erste“, die als Beruf bzw. Berufung „Bienenkönigin“ angibt, erfolgen mit der Abkürzung „IMME“.

 

„BW“ und „IMME“ haben sich der Einfachheit halber auf das persönliche „Du“ während des Interviews geeinigt.

1)

BW: Wenn Du morgen auf irgendeinem Fleck unserer schönen Erde aufwachen könntest, wo wäre das?

IMME: In meinem Bienenstock natürlich, umgeben von meinen Arbeiterinnen, die für mich sorgen.

Dafür sorge ich für den Nachwuchs, den mein Volk so dringend braucht.

(IMME schüttelt den Kopf über diese scheinbar eigenartige Frage.)


2)

BW: Was fällt Dir zu Gelée royale ein?
IMME: Gelée royale ist meine Hauptnahrung, die mir Power für meine tägliche Arbeit gibt, denn schließlich brauche ich Energie für die Aufzucht meines Nachwuchses. Immerhin bekomme ich bis zu 2000 Bienenlarven pro Tag. Mein Tag muss daher mit einem ordentlichen Frühstück beginnen und auch während des Tages nehme ich immer wieder Gelée royal zu mir, um fit zu bleiben!

Gelée royal ist auch gut fürs Hirn. Trotzdem stolpere ich immer wieder über die Namen meiner Babylarven und gelegentlich habe ich schon welche verwechselt.


3)

BW: Was macht der König während Deiner bis zu 6 Jahre dauernden Regierungperiode?

IMME: Der König, ich nenne ihn Drohne, ist leider nur sehr kurz anwesend und zieht sich oftmals durch seinen vorzeitigen Tod aus der Affäre. Ich habe schon viele Liebhaber gehabt, was ich da schon erlebt habe (IMME grinst schelmisch), aber darüber möchte ich nicht sprechen, das ist mir zu intim!


4)

BW: Welche Jahreszeit magst Du am liebsten?
IMME: Am meisten den Frühling und Sommer, der Herbst hat auch seine angenehmen Seiten, obwohl ich ja nie aus dem Bienenstock komme (seufzt), die Arbeit lässt es nicht zu! Eigentlich geht es ja immer rund im Bienenstock.

Aber auch der Winter hat einen Riesenvorteil, denn wenn es richtig kalt wird, ist es eine Wohltat für mein Volk. Der Imker sorgt gut für uns und wir brauchen nicht Hunger leiden. In dieser Jahreszeit und bei Kälte erfrieren nämlich unsere Feinde, die Parasiten, z. B. die Varoa, die einfach nur ekelhaft und lästig ist! Im Bienenstock dagegen wird gekuschelt, wir verbringen die kalte Jahreszeit auf engstem Raum, auch um die Wärme im Stock zu halten, denn so kann - trotz winterlicher Kälte - ein Großteils meines Volkes überleben. Trotzdem ist es nicht immer leicht, denn besonders unter zu warmen Wintern leiden wir, die Parasiten vermehren sich dann leichter und das hat schrecklich Auswirkungen auf mein Volk. Ein Massensterben ist die Folge!

5)

BW: Du hast gesagt, dass Dein Imker gut für dich sorgt, aber was wünschst Du Dir von den Menschen?

IMME: Ich wünsche mir wieder mehr Blumenwiesen, mehr Blüten für meine Arbeitsbienen. Wir naschen nämlich für unser Leben gern', produzieren mit Leidenschaft Honig und immerhin sind wir - so finde ich - auch recht großzügig was unser Geschenk an Euch, nämlich genau diesen Honig betrifft. Ein Geben & Nehmen muss in beidseitigem Einklang erfolgen, Einseitigkeit geht auf Dauer nicht gut, das lässt sich nicht von den Pollenhöschen weisen.


6)

BW: Welche Eigenschaften Deiner Arbeiterinnen schätzt Du am meisten?

IMME: Sie sind unbeschreiblich fleißig, außerdem gut orientiert und niemals planlos, konditionell sind sie spitzenmäßig und sicherlich das Gegenteil von egoistisch, richtige Team-Bienen sind sie. Ich bin stolz auf mein Volk! (IMME summt tief und zufrieden vor sich hin.)


7)

BW: Worüber kannst du herzhaft Lachen?

IMME (kichert): „Alle Menschen sind bestechlich, sagt die Wespe zur Biene!“ Und den mag ich auch sehr: „Two bee or not two bee, that ist the question!“


8)

BW: Was möchtest Du unseren Lesern abschließend mitteilen?

IMME (runzelt die Bienenstirn, wackelt mit den Fühlern): Schaut auf uns Bienen, beschützt uns, denn ihr braucht uns mehr als ihr glaubt. Genauso wie ihr euch um Eure Familie sorgt, solltet ihr euch um uns sorgen, denn ohne uns Bienen sieht es schlecht für die Menschheit aus!


Tja, was soll man dazu noch sagen, außer:

„Danke!“ für das Interview an Ihre Majestät Maja, die Erste.

Die Zeit zum Nachdenken ist längst vorüber, es wird höchste Zeit zum Handeln!