Sichtweisen & Blickwinkel!

 

Kennt ihr das?

 

Da wächst eine Idee, sie gedeiht und reift.

 

...Da!

...Plötzlich!

 

Eine Stimme aus dem Hinterhalt drängt sich heimtückisch ins halb zugeklappte und bewusst fast verstopfte Ohr:

 

„Das geht nicht! Das klappt doch nie! Wozu soll das gut sein?“

 

Ganz besonders mag ich auch folgenden Satz:

„Das funktioniert doch nie! Nein, nein, nein, deees wird nix!“

 

Meist haben diese Einflüsterer aber – außer dem Einwand selbst – kaum weitere sinnvolle Beiträge zu leisten.

Da bleibt man dann stehen (ich meine in dem Fall mit „man“ durchaus mich), wundert sich, schüttelt vielleicht noch den Kopf und denkt an einen Satz meines Mannes (ja, ja, ich meine wirklich mich, außer ihr kennt meinen Mann auch), der da meint:

 

„Es gibt für viele Aufgabenstellungen eine oder mehrere Lösungen (das Wort „Problem“ mag er nicht. Recht hat er!). Es kann nur sein, dass dir die Lösungen nicht gefallen. Dennoch sind es Lösungen!“

 

Ich sei lösungsorientiert, meint er (mein Chef übrigens auch). Mein Mann seufzt danach meistens, denn er weiß, dass ich nicht zu den schnell aufgebenden Menschen gehöre.

Ob mein Chef seufzt, weiß ich nicht!

 

Genauso skeptisch stehe ich übrigens folgenden Sätzen gegenüber, wenn es tatsächlich um Wichtiges und nicht nur um eine Blase an der Ferse oder um ein Wimmerl im Gesicht geht:

 

„Das wird schon!“

oder

„Den Ball schön flach halten!“

oder auch

„Abwarten und Tee trinken!“

und meiner Meinung nach sehr gefährlich, weil mit gewaltigem Verdrängungspotential behaftet:

„Die Natur braucht uns nicht!“

 

Ich stelle das jetzt mal kurz in Relation:

Bei einer Blase an der Ferse, ungünstigen Wetterbedingungen, die einem einen freien Tag verderben können, einem scheußlichen Fernsehprogramm oder einem unerwarteten Besuch eines entbehrlichen Gastes darf man diese Sätze durchaus anwenden.

Manche davon eher geistig.

Vielleicht hilft‘s ja!

 

Wogegen ich derartige Worthülsen in Bezug auf Menschen(leben), Natur-, Tier- und Umweltschutz für unbedingt gefährlich halte.

 

Warum „unbedingt“?

 

Derartige Äußerungen zeugen im schlechtesten Fall vom Wegschieben von Verantwortung, vom Vertrauen darauf, dass alles von selbst wieder gut wird, dass aber Lösungen bitteschön doch von anderen Menschen kommen sollen,

z. B. aus der Umgebung, aus der Politik, aus der Wirtschaft, von Wissenschaftlern,… denn selber sähe man sich nicht imstande und sei gerade ein wenig hilflos. Ein Opfer der Umstände also.

Das sind ein bisserl schwammige Lösungsvarianten, denn daraus können höchst variable Ergebnisse entstehen.

Unerwünschte womöglich.

Welche, die bitter enden können.

Jedenfalls aber von Beginn an kaum (oder auch gar nicht mehr) beeinflusst werden können.

 

Aber: Wer ist schon gerne Opfer?

 

Unbedingt günstiger ist es also: Verantwortung an- und übernehmen.

Natürlich kann ein einzelner Mensch nicht die Welt retten, aber damit anfangen, das geht schon (klitzekleine Beispiele später).

 

Vorbild sein, auch im Kleinen und auch dann, wenn es ein wenig aussichtslos wirkt, wenn man sich ein wenig wie Don Quijote gegen Windmühlen, David gegen Goliath, Inspektor Clouseau vs. Rosarote Panther, Tom & Jerry,… vorkommt.

 

Es wird mehr nachgemacht als man meinen möchte. Was gibt es also Angenehmeres als als DAS gute Beispiel herzuhalten. Irgendjemand hat doch mal den bemerkenswert sinnigen Satz losgelassen: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“

 

Was also tun?

 

Bindungen eingehen. Wenn ich mich für jemanden oder etwas verantwortlich fühle oder mache, verfolge ich ein Ziel. Wenn ich ein charakterlich halbwegs ordentlicher Mensch bin, dann ist das Ziel im besten Fall ein erstrebenswertes Ziel, das nicht nur den eigenen Egoismus bedient. Dann haben zumindest zwei etwas davon oder sogar noch viel mehr.

 

Ein angestrebter Zweck also, im besten Fall auch noch gelungen, macht zufrieden. Jedenfalls deutlich zufriedener als abzuwarten ob „Etwas“ passiert. Und auch wenn die Lösung nicht so ausgeht, wie erwünscht, dann war es immer noch besser etwas zu tun, als nichts getan zu haben.

 

Das gilt auch für einen Notfall: Lieber Ersthelfer sein und lieber nicht störender Zuseher, der blockiert und dabei auch noch filmt! Menschlich ist vermutlich beides, aber sinnvoller ist Ersteres.

 

„Etwas“ lässt sich nämlich durch eigene Rücksicht, Einsicht, Erhaltungswünsche, Notwendigkeiten, Verpflichtungen, Absicht und Wandel erzielen.

Dagegen auf „Etwas“ nur zu warten, heißt auch sich das Heft aus der Hand nehmen zu lassen, also einem anderen die Führung zu überlassen.

Und wer weiß schon wohin so ein Führer führt.

 

Gruß, Astrid

 

PS: Ätsch, ich habe die klitzekleinen Beispiele nicht vergessen! Die kommen jetzt!!!

 

Fangt klein an: Pflanzt auf eurem Balkon oder in eurem Garten eine Pflanze. Hätschelt sie, erfreut euch an ihrem Grün (das hoffentlich nicht Braun wird), habt ein Auge auf ihre Bedürfnisse. Gießt sie, aber ersäuft sie nicht. Seht ihr beim Wachsen zu, achtet auf ihre Gesundheit und dann, ja dann, bringt das liebliche Grünzeugs mal gut über den Winter. Viel Erfolg!

 

Steigerung: Kümmert euch nicht nur um Pflanzen, auch um ein Tier.

Hund, Katze, Hase, Pferd, Schaf, Huhn, Reh,... aber bitteschön erfolgreich und nicht vor dem Urlaub irgendwo aussetzen, weil das Tierchen plötzlich lästiges Anhängsel wird. Gerne ist Hilfsbereitschaft auch unterstützend in einem Tierheim gefragt, also als Gassi- und Streichelmensch oder nur zum Ausmisten auf einem Gestüt (das macht ein ehemaliger Arbeitskollege von mir, ohne dass er Gegenleistung erwartet).

Denkt daran: Ein lebloser Gegenstand, z. B. Auto, iPad, Schwimmbecken,… ist nie wichtiger als ein Lebewesen.

 

Geht eine intensive Beziehung ein: Liebt. Ärgert euch. Rauft euch wieder zusammen. Ein Kuss am Morgen, ein Kuss am Abend (mindestens, auch wenn Männer in dieser Hinsicht eher zurückhaltend sind), das muss d’rin sein!!!

Ich liebe Diskussionen am Küchentisch (ohne Handgreiflichkeiten). Es gibt kaum etwas Besseres, als gut zu essen, während des Kauens den Mund geschlossen zu halten, währenddessen Argumente zu sammeln, vielleicht sogar einen guten Schluck Wein zu trinken und achtsam auf jene Sekunde zu warten… bis der andere kauen muss ;)

 

Hängt an eurer - hoffentlich liebens- und lebenswerten - Umgebung und macht sie schöner, auch wenn mal Müllzeugs herumliegt, das ihr nicht verursacht habt. Hebt es auf, entsorgt es und lasst euch von mir auf die Schulter klopfen und sagen:

„Toll, toll, toll!“

 

Kümmert euch!

Seht nicht weg!

Taten statt Worte!

 (Das wünsch' ich übrigens auch mir!)

 

Der Spruch auf meinem Stein ist eine Waffe, nicht nur der harte Stein an sich, sondern der Spruch selbst birgt viel Potential.

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